12 Minuten NUFA

Eingetragen von Christian. | Sa, 11.02.2006 01:56

Heute war im ROXY in Ulm der so genannte "Musikmarathon", ein vom Einsatz e.V. organisiertes Benefiz-Konzert: 20 Bands spielen je ca. 15 Minuten.

Wenn man jetzt als Band bei so einem Konzert dabei ist, hat man natürlich die Möglichkeit 3 oder 4 Songs zu spielen, dem Veranstalter und dem Publikum zu danken und wieder abzuhauen. Klar. Geht.

Man kann sich aber auch einfach 12 Minuten auf die Bühne stellen, einen einzigen Song spielen, der irgendwo zwischen Improvisationstheater, Performancekunst und ganz normalem Wahnsinn liegt. In dessen Verlauf hat man dann weiterhin die Möglichkeit, auf ein großes Verkehrsschild und diverse andere (im weiteren Sinne) Schlaginstrumente einzuprügeln, sich am Boden zu wälzen, den Keyboarder während der 12 Minuten einen einzigen Ton spielen zu lassen und schließlich nett "Tschüss" zu sagen. So gemacht haben das NUFA (oder nufa?) und damit in meinen Augen den absoluten Höhepunkt des Abends abgeliefert.
Für die Lässigkeit, mit der die Jungs da mal eben wirklich das komplette Publikum – mich voll mit eingeschlossen – gegen die Wand haben laufen lassen, zolle ich ihnen meinen vollen Respekt. ("Machen die das ernsthaft? Das können die nicht ernsthaft machen. Die können das doch nicht ERNSTHAFT machen. Die MACHEN das ernsthaft! Die MACHEN das ERNSTHAFT..." usw.)

Leider kommt das Material auf der Homepage bei weitem nicht an den Auftritt dran, was die Leistung aber in keiner Weise schmälern kann. Ich bin jedenfalls schwer versucht, am nächsten Freitag einen weiteren Auftritt zu besuchen, um herauszufinden, ob das ein einmaliger Geniestreich war oder was bei einem "ganz normalen" Konzert dann so alles geht.